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Energieausweis-Vorlagegesetz 1.12.2012 (EAVG)
 
Verkäufer und Vermieter von Immobilien sind verpflichtet, den Käufern oder Mietern einen Energieausweis vorzulegen und auszuhändigen. Der Energieausweis ist eine Urkunde, der Inhalt und die Form sind genormt.
Der Energieausweis ist eine Berechnung des Energieverbrauchs eines Gebäudes unter Normbedingungen, wo das Heiz- und Nutzverhalten des Bewohners ausgeschlossen ist.
Ähnlich dem Typenschein für ein Auto, wo der Verbrauch bei einer normierten Geschwindigkeit angegeben wird, ist auch im Energieausweis der Verbrauch unter vorgegebenen Normbedingungen (z.B. Annahme einer konstanten Innenraumtemperatur) dargestellt.
Der Käufer oder Mieter einer Immobilie erhält damit genaue Daten über die Bauweise, Konstruktion und die gebäudetechnische Ausstattung des jeweiligen Gebäudes. Darüber hinaus enthält der Energieausweis vergleichbare Energiekennwerte und Sanierungsempfehlungen.
 
Welche Gebäude benötigen den Energieausweis?
Gebäude neu errichtet werden (lt. landesges. Vorschriften) (seit 1.1.2008)
Bestehende Gebäude und Wohnungen die verkauft, vermietet oder verpachtet werden (lt. EAVG)
umfassende Sanierungen (lt. landesges. Vorschriften)
Zur Erlangung von Wohnbauförderungen
Öffentliche Gebäude ab 1000 m² Nutzfläche (Aushangpflicht)
bei Abweichungen von genehmigten Bauplänen mit Auswirkungen auf den EA
Der Energieausweis ist 10 Jahre gültig.
 
Ausgenommen von der Energieausweis-Vorlageverpflichtung sind
Gebäude, die nur frostfrei gehalten werden
Der Verkauf von abbruchreifen Immobilien: Hier muss schon in der Verkaufsanzeige darauf hingewiesen werden, dass ein Gebäude abbruchreif ist und im Kaufvertrag der Abbruch durch den neuen Eigentümer binnen drei Jahren vorgesehen sein.
Provisorisch errichtete Gebäude mit geplanter Nutzungsdauer von höchstens zwei Jahren
Gebäude, die ausschließlich für Gottesdienste und religiöse Zwecke genutzt werden
Industrieanlagen, Werkstätten und Landwirtschaftsgebäude, bei denen der Großteil der erforderlichen Energie für das Innenraumklima durch Abwärme selbst erzeugt wird
Wohngebäude, die nur zeitlich begrenzt benutzt werden können und deren Energiebedarf wegen dieser Einschränkung unter einem Viertel des Energiebedarfs bei ganzjähriger Nutzung liegt
Frei stehende Gebäude mit weniger als 50 m² Nutzfläche
 
Der Energieausweis muss ausweisen
Heizwärmebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (KWh/m²/a) enthalten.
Gesamtenergieeffizienz-Faktor fGEE; dieser wird in Klassen dargestellt, deren Grenzen folgendermaßen festgelegt sind
 
Informationspflicht in den Immobilienanzeigen
Verkäufer, Vermieter und Immobilienmakler müssen bereits in den Immobilienanzeigen in Print- und Online-Medien sowohl den Heizwärmebedarf (HWB), als auch den Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE) angeben.
Geschieht dies nicht, begehen die Genannten eine Verwaltungsübertretung und müssen mit einer Geldstrafe von bis zu € 1.450,- rechnen.
Sollte allerdings noch ein „alter“ Energieausweis vorliegen, der ja insgesamt 10 Jahre Gültigkeit hat, reicht die Angabe des HWB im Inserat aus.
 
Durchsetzungsmöglichkeiten
Verkäufer und Vermieter müssen nun den Energieausweis „rechtzeitig vor Abgabe der Vertragserklärung“ vorlegen, damit Interessenten genügend Zeit haben, ihn in ihre Entscheidung einzubeziehen. Ausgehändigt werden muss der Energieausweis spätestens 14 Tage nach Vertragsabschluss.
Der Käufer bzw. Mieter kann dies nun auch – nach Ablauf der 14-tägigen Frist und vorheriger Aufforderung – gerichtlich einklagen oder aber selbst einen Energieausweis erstellen lassen und die Kosten dafür gegen den Verkäufer oder Vermieter klagsweise geltend machen. Der Makler ist entschuldigt, wenn der Auftraggeber auf seine Pflicht hingewiesen wurde und der Aufforderung nicht nachkommt
 
Wird kein Energieausweis vorgelegt
so gilt wie bisher zumindest eine dem Alter und der Art des Gebäudes entsprechende Gesamtenergieeffizienz als vereinbart.
 
Wie komme ich zu einem Energieausweis?

Zur Erstellung des Energieausweises sind folgende Unterlagen notwendig:
Pläne vom Gebäude – Grundrisse, Schnitt, Lageplan
Beschreibung der Bauteilaufbauten aller Bauteile der beheizten Gebäudeteile,
Informationen über die Bauphysik sowie Bauphysikdaten zu den Fenstern
Informationen über die Art der Heizung, Warmwasserbereitung sowie bei
Nicht-Wohngebäuden auch über die Belüftung, Beleuchtung und Kühlung
Pläne vom Gebäude – Grundrisse, Schnitt, Lageplan


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